Meine Beziehung macht mich kaputt

Meine Beziehung macht mich kaputt – Notbremse ziehen!

Eine Beziehung gilt als der Inbegriff des Glücks. In ihr wollen wir uns wohlfühlen, Glück erfahren und Stabilität gewinnen. Wenn es also perfekt in Liebesdingen steht, dann ist eine Beziehung ein Garant für körperliches und geistiges Wohlbefinden. Tatsächlich haben Forscher herausgefunden, dass eine glückliche Beziehung auch förderlich für die körperliche Gesundheit ist. Die Lebenserwartung steigt, wenn Menschen in einer glücklichen Partnerschaft leben. Doch dieses Prinzip lässt sich leider auch umkehren. In einer unglücklichen Beziehung leiden Körper und Seele. Die Liebe kann also krankmachen.

Wann ist eine Beziehung ungesund?

Eine Beziehung ist immer dann ungesund, wenn wir körperlichen und/oder seelischen Schaden durch sie erleiden. Die Bandbreite ist enorm. Wir sprechen sowohl von groben Verletzungen wie auch von dem schleichenden, unmerklichen Leiden.

Liebe kann uns körperlich krankmachen, etwa, wenn der Partner gewalttätig ist. Das ist die offensichtlichste Form. Doch auch seelischen Schaden kann uns der falsche Partner zufügen. Wenn wir etwa lieblos und respektlos behandelt werden, immer wieder die Erfahrung machen, dass der Partner uns kleinmacht, uns erniedrigt und bloßstellt, dann leidet das Selbstwertgefühl. Häufig glauben Betroffene dann – wenn auch unbewusst – nicht liebenswert zu sein. Sie suchen die Schuld bei sich und geraten immer mehr in eine Spirale des Selbsthasses.

Eine unglückliche Beziehung führt nicht selten zu größeren Problemen bis hin zur Depression. Diese seelischen Probleme können wiederum zu körperlichen Beschwerden führen. Die Betroffenen befinden sich häufig in einer Abhängigkeit, die mit einer regelrechten Sucht vergleichbar ist.

Wenn die Beziehung zur Abhängigkeit führt

Liebe kann zur Sucht werden. Die Anhängigkeit ist seelischer Natur. Gerade Menschen, die unter einem geringen Selbstwertgefühl leiden, stürzen sich in eine Partnerschaft und erhoffen, das, was ihnen seelisch fehlt, in dem Partner wiederzufinden. Der Partner sorgt dafür, dass sie sich liebenswert fühlen. Geliebt zu werden, beflügelt und erhöht. Doch wenn die Beziehung Schiffbruch erleidet, wird auch das seelische Gleichgewicht zerstört.

Menschen, die unter Minderwertigkeitskomplexen leiden, machen sich abhängig von ihrem Partner, da sie sich häufig über dessen Wertschätzung, Liebe und Aufmerksamkeit definieren. Dies macht sie einerseits süchtig und gibt dem Partner Macht über sie. Es ist kein Zufall, dass dominante Menschen oftmals Partnerschaften suchen, in denen der Partner unter einem geringen Selbstwertgefühl leidet und sich dadurch abhängig macht. Der abhängige Part möchte gefallen und versucht alles, um es dem Partner recht zu machen. Liebesentzug wird dann oft als Strafe eingesetzt. Dass solche Beziehungen nicht glücklich machen, ist selbstverständlich.

Oft führen diese Beziehungen dazu, dass Betroffene sich nur noch von dem Wohlwollen des Partners abhängig machen, sich alles nur noch um ihn dreht und das eigene Wohlbefinden davon abhängt, dass der Partner zufrieden ist. Je mehr sich diese Menschen in einer Abhängigkeit befinden, umso schwerer ist es, sich daraus zu befreien.

Psychisches Leid bedingt physisches Leid

Seele und Körper bilden eine Einheit. Menschen, die körperlich krank sind, leiden seelisch darunter. Gebrechlichkeit stürzt viele in Depression und Verzweiflung. Andererseits führt dauerhaft seelisches Leid auch zu körperlichen Beschwerden. Diese können einerseits direkt durch die seelische Abhängigkeit ausgelöst werden. Menschen, die nach der Aufmerksamkeit ihres Partners gieren, können beispielsweise damit anfangen, ihrem Körper Schaden zuzufügen, Essstörungen entwickeln oder sich absichtlich verletzen. Aber auch unbewusst kann der Körper nach und nach Schaden erleiden – und das, obwohl die Beziehung zunächst eine völlig normale ist. Geht eine Partnerschaft in die Brüche, können Menschen unterschiedlich gut oder schlecht damit umgehen. Die einen stecken das Beziehungs-Aus oder die Krise relativ gut weg, finden im Alltag Ventile und Entspannungsmöglichkeiten. Andere jedoch entwickeln beispielsweise Schlafstörungen, verlieren den Appetit oder rutschen langsam in eine Depression, weil sie nicht in der Lage sind, mit den andauernden Problemen umzugehen. Ganz gleich, inwieweit die eigene Beziehung einen krankmacht – spätestens, wenn Körper und Seele dauerhaft leiden, ist es Zeit, die Notbremse zu ziehen.

Meine Beziehung macht mich kaputt: Was soll ich tun?

Selbstschutz steht immer an oberster Stelle. Es kann immer sein, dass eine Partnerschaft in eine Schräglage gerät, dass es Streit und Probleme gibt. Ganz sicher sind Krisen dazu da, gemeistert zu werden. Und niemand sollte eine Beziehung vorschnell beenden, ohne darum gekämpft zu haben.

Doch wenn der Punkt erreicht ist, an dem Du Dir eingestehen musst, dass Deine Beziehung Dich kaputt macht, musst Du handeln! Du darfst Dich selbst nicht aus den Augen verlieren. Je eher Du aus der verfahrenen Situation aussteigst, umso besser kannst Du Dich schützen.

Wann macht eine Beziehung Dich kaputt? Wenn Du innerhalb Deiner Beziehung dauerhaft unglücklich bist, ist es besser, sie zu beenden. Zumindest muss etwas an der Art und Weise, wie Du Deine Beziehung führst, geändert werden.

Bei diesen Anzeichen ist Vorsicht geboten!

Achte auf die deutlichen Anzeichen dafür, dass Deine Beziehung Dich kaputt machen könnte:

  • Deine Gedanken drehen sich dauerhaft um Deine Beziehungsprobleme
  • Die alltäglichen Schwierigkeiten und Krisen nehmen den größten Teil Deiner Gedanken ein und rauben Dir Energie, so dass Du kaum noch Kapazitäten für anderes hast
  • Du kannst Dich nicht mehr auf Deinen Beruf konzentrieren und wirst nachlässig, machst Fehler
  • Freundschaften und andere soziale Kontakte werden von Dir vernachlässigt
  • Du fühlst Dich aufgrund der Beziehungsprobleme zermürbt und kraftlos
  • Angst vor der Zukunft macht sich in dir breit und du blickst ihr somit pessimistisch entgegen
  • Schlafstörungen entstehen oder werden schlimmer
  • Du suchst die Schuld für die anhaltenden Beziehungsprobleme vorrangig bei Dir
  • Am liebsten würdest du aus der Beziehung ausbrechen, hast aber Angst vor diesem Schritt
  • Du fühlst Dich klein und hilflos, abhängig von Deinem Partner
  • Angst vor Deinem Partner und den Konsequenzen einer möglichen Trennung belasten dich sehr
  • Körperliche Beschwerden haben sich mit den anhaltenden Beziehungsproblemen verschlimmert: Du leidest unter Kopfschmerzen, Panikattacken, Bauchschmerzen, Kreislaufproblemen, Herz-Rhythmus-Störungen, etc.
  • Du bist ständig traurig
  • Du wirst seelisch verletzt, leidest unter den verbalen Attacken Deines Partners

Alle diese Punkte sind leider nicht selten und ganz klare Anzeichen dafür, dass etwas in Deiner Beziehung gewaltig aus den Fugen geraten ist.

Das Wichtigste – Du musst dich wohlfühlen

Du bist Dir selbst am nächsten und solltest alles dafür tun, glücklich zu leben. Wenn dies innerhalb Deiner Beziehung nicht möglich sein sollte, musst Du handeln.

Du schaffst es nicht allein? Auch das ist keine Seltenheit. Schließlich ist das Selbstbewusstsein gerade bei Menschen, die innerhalb einer Beziehung leiden, oft regelrecht zerstört. Doch in diesem Fall gibt es zahlreiche Hilfe, auf die Du vertrauen solltest. Es gibt entsprechende Beratungsstellen bei Institutionen wie Profamilia oder der Caritas. Auch private Therapeuten und Beziehungscoaches können Dir helfen, das notwendige Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Selbsthilfegruppen geben Dir womöglich den Rückhalt, den Du brauchst. Scheue Dich auch nicht, die Unterstützung von Freunden und Familienangehörigen in Anspruch zu nehmen, um Dich aus der Spirale zu befreien.

Aktiviere Deinen Selbsterhaltungstrieb und befreie Dich aus der Beziehung, die Dich krankmacht. Das bist Du Dir schuldig!

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